Zucchini-Butter Pasta

Oder Gemüse mit schlechtem Einfluss

Zucchini haben ein Imageproblem. Sie liegen in Gemüsekisten herum wie der brave Cousin, den niemand wirklich eingeladen hat, und tun so, als seien sie vor allem leicht, gesund und irgendwie vernünftig. Diese Pasta beendet das Missverständnis ziemlich gründlich.

Hier wird nichts knackig gehalten, nichts frischgrün inszeniert, nichts mit Diätmoral überpudert. Die Zucchini wird geraspelt, gesalzen, in Butter gedrückt und so lange in der Pfanne gelassen, bis sie weich wird, cremig, fast schmelzend. Also genau der Zustand, in dem ein Gemüse endlich aufhört, Tugend zu spielen.

Fünf Knoblauchzehen und ne Menge Butter sorgen dafür, dass aus vier unschuldigen Zucchini keine Beilage wird, sondern eine Sauce mit Charakterfehler. Die Butter macht hier nicht einfach fettig, sie macht verbindlich. Sie legt sich um die Spaghetti, zieht die Zucchini in sich hinein und verwandelt alles in diesen glänzenden Zustand zwischen Komfortessen und Kontrollverlust.

Dann kommt Parmesan dazu. Basilikum bringt ein bisschen grünes Flüstern hinein, Zitrone einen hellen Schnitt durch die ganze buttrige Angelegenheit. Und plötzlich sitzt man vor einem Teller, der aussieht, als sei er harmlos, dabei hat er längst die Kontrolle übernommen.

Das ist Sommerpasta für Menschen, die Gemüse mögen, aber nicht von Gemüse bevormundet werden wollen. Weich, salzig, cremig, buttrig, mit einem kleinen Zitronenzucken und genug Knoblauch, um jede falsche Zurückhaltung aus der Küche zu jagen.

Am Ende bleibt diese Sorte Teller, bei der man nur kurz probieren wollte und dann mit der Gabel am Rand entlangkratzt, als würde dort noch ein besseres Leben kleben. Die Zucchini glänzt, die Spaghetti schmiegen sich zusammen, und irgendwo zwischen Parmesan und Butter passiert die Erkenntnis: Manchmal muss man Gemüse nur lange genug erhitzen, bis es endlich ehrlich wird.

Zucchini-Butter Pasta

Servings: 4 Portionen
Author: Patrick Rosenthal

Zutaten

  • 5 Knoblauchzehen fein gehackt
  • 1 Schalotte gewürfelt
  • 4 Zucchini grob geraspelt
  • 60 g Parmesan frisch gerieben
  • 10 frische Basilikumblätter in Streifen geschnitten
  • 1 TL Zitronensaft
  • 115 g Butter
  • 2 TL Salz
  • ¼ TL Chiliflocken optional
  • 340 g getrocknete Spaghetti
  • Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Anleitungen

  • Spaghetti nach Packungsangabe kochen, aber 1 Minute vor al dente abgießen, dabei etwa 180 ml Pastawasser auffangen.
  • Butter in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen. Schalotte und Knoblauch dazugeben und etwa 1 Minute anschwitzen, bis sie weich sind. Geraspelte Zucchini, Salz und nach Wunsch die Chiliflocken hinzufügen. Alles unter gelegentlichem Rühren etwa 15 Minuten garen, bis die ausgetretene Flüssigkeit verkocht ist und die Zucchini weich, fast cremig und leicht schmelzend wirken.
  • Sobald die Zucchini weich sind, die Spaghetti, 120 ml Pastawasser und den Zitronensaft in die Pfanne geben. Alles bei mittlerer Hitze 1 bis 2 Minuten gründlich durchschwenken, bis die Sauce leicht bindet und die Pasta überzieht.
  • Falls die Sauce zu trocken wirkt, esslöffelweise weiteres Pastawasser dazugeben, bis die gewünschte cremige Konsistenz erreicht ist.
  • Die Pfanne vom Herd nehmen. Parmesan und Basilikum unterheben. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer abschmecken.
  • Nach Wunsch mit weiterem Parmesan bestreuen.
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