Tropical Tiramisu

Dieses Tiramisu schmeckt, als hätte der Sommer kurz seine Hemmungen verloren.

Völlerei aus der Auflaufform.

Wer hier nur einen Löffel nimmt, lügt auch bei anderen Gelegenheiten.

Tropisches Tiramisu ist eigentlich eine gefährliche Idee, weil es sehr schnell nach Hotelbuffet, Kokoslikör und dekorativer Verzweiflung schmecken kann. Ein bisschen Mango hier, ein bisschen Limette dort, oben ein paar Kokosraspeln, und schon steht da ein Dessert, das aussieht, als hätte jemand Fernweh mit zu viel Sahne verwechselt.

Dieses hier macht es anders. Die Mango liegt nicht brav herum und spielt Obstbeilage, sondern zieht als leuchtende Schicht durch das Tiramisu. Sie bringt Süße, Farbe und diesen kleinen tropischen Überschwang, den man im Sommer braucht, wenn der Kopf längst geschmolzen ist und der Kühlschrank plötzlich wie ein Rettungsboot wirkt.

Dazu kommt eine Creme aus Mascarpone, Sahne und Kokoscreme, also nichts für Menschen, die Nachtisch für eine moralische Prüfung halten. Die Limette schneidet durch die Süße, als hätte sie genug von klebriger Urlaubsromantik. Sie macht das Ganze wacher, klarer, frecher. Genau diese Säure verhindert, dass aus dem Tiramisu ein schwerer Kokostraumpudding wird.

Die Löffelbiskuits werden nicht in Kaffee getränkt, sondern in Mangosaft, Limettensaft und, wenn man möchte, etwas Kokosrum. Das ist natürlich nicht mehr klassisch italienisch, aber Klassiker sind auch nicht dafür gemacht, ewig im Museum herumzustehen. Manchmal dürfen sie in die Sonne, die Schuhe ausziehen und sich ein bisschen danebenbenehmen.

Wichtig ist nur: Die Biskuits nicht ersäufen. Kurz tauchen reicht. Wer sie baden schickt, bekommt am Ende keine saftige Schicht, sondern matschige Tropenarchäologie.

Nach ein paar Stunden im Kühlschrank wird daraus eine kühle, cremige, gelbe Zumutung. Weich, säuerlich, süß, kokoswarm und genau unvernünftig genug, um den zweiten Löffel nicht mehr zu diskutieren. Oben ein paar Kokosraspeln, etwas Limettenabrieb, vielleicht winzige Mangowürfel, mehr braucht es nicht.

Tropisches Mango Tiramisu

Servings: 6 Portionen
Author: Patrick Rosenthal

Zutaten

  • 250 g Mascarpone
  • 300 ml Sahne
  • 160 ml Kokoscreme
  • 70 g Puderzucker
  • 2 bis 4 EL Kokosrum nach Geschmack
  • 4 Limetten davon die fein abgeriebene Schale
  • 150 bis 200 g Löffelbiskuits
  • Kokosraspeln zum Garnieren
  • kleine Mangowürfel zum Garnieren

Für das Mangopüree

  • 2 sehr reife Mangos oder gut abgetropfte Mangos aus der Dose
  • 1 EL Limettensaft
  • 1 bis 2 TL Puderzucker nur falls nötig
  • optional 1 TL Kokosrum oder Rum

Für die Tränke

  • 300 ml Mangosaft
  • Saft von 2 Limetten
  • 2 bis 5 EL Kokosrum optional

Anleitungen

  • Mascarpone, Sahne, Kokoscreme, Puderzucker und Kokosrum in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer aufschlagen, bis eine dicke, standfeste Creme entsteht. Die Creme soll nicht flüssig sein, sondern beim Herausziehen der Rührbesen sichtbare Spuren halten. Die Hälfte des Limettenabriebs unterheben.
  • Für die Tränke Mangosaft, Limettensaft und Kokosrum in einem Krug verrühren und in eine flache Schale geben.
  • Für das Mangopüree die Mangos schälen, das Fruchtfleisch vom Stein schneiden und fein pürieren. Mit Limettensaft und bei Bedarf etwas Puderzucker abschmecken. Das Püree sollte dick und samtig sein. Falls es zu flüssig ist, nicht alles verwenden oder 1 bis 2 EL Mascarponecreme unterrühren.
  • Eine Form von ungefähr 30 x 20 cm bereitstellen. Die Hälfte der Löffelbiskuits nur kurz in die Tränke tauchen und nebeneinander in die Form legen. Nicht ertränken, sonst wird das Tiramisu später matschig.
  • Darauf die Hälfte der Mascarponecreme verstreichen. Anschließend eine dünne Schicht Mangopüree daraufgeben.
  • Dann die zweite Lage kurz getränkte Löffelbiskuits darauflegen und mit der restlichen Mascarponecreme abschließen.
  • Das Tiramisu mindestens 5 Stunden, besser über Nacht, kalt stellen.
  • Kurz vor dem Servieren mit Kokosraspeln, dem restlichen Limettenabrieb und sehr kleinen Mangowürfeln dekorieren.

TIPP

Anstelle vom Mangopüree kannst du auch ein Mango Curd machen. Schmeckt großartig.

Mango Curd für Tiramisu

Zutaten

300 g Mango Fruchtfleisch, sehr reif oder gut abgetropft aus der Dose
60 g Zucker
2 Eigelbe
1 ganzes Ei
1 bis 2 EL Limettensaft
1 TL fein abgeriebene Limettenschale
60 g Butter, kalt und gewürfelt
1 Prise Salz

Optional, wenn du mehr Stabilität willst:
1 TL Speisestärke, mit 1 EL Mangopüree glatt gerührt

Zubereitung

Mango fein pürieren. Wenn du es besonders glatt willst, das Püree durch ein Sieb streichen.Mangopüree, Zucker, Eigelbe, Ei, Limettensaft, Limettenschale und Salz in einen kleinen Topf geben. Bei niedriger bis mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erwärmen. Nicht kochen lassen, sonst bekommst du süßes Rührei mit Urlaubsambitionen. So lange rühren, bis die Masse sichtbar andickt. Das dauert etwa 6 bis 10 Minuten. Wenn du Speisestärke verwendest, diese gegen Ende einrühren und noch 1 bis 2 Minuten weiterrühren.Den Topf vom Herd nehmen und die kalte Butter stückweise einrühren, bis der Curd glatt und glänzend ist. In eine Schüssel füllen, direkt auf der Oberfläche mit Folie abdecken und komplett abkühlen lassen. Danach mindestens 1 Stunde kalt stellen.

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