Sfenj – gewälzt in Gewürzzucker

Ich kenne Sfenj aus den Gassen Marrakechs. Ich schlenderte durch die Gassen, als hätte ich alle Zeit der Welt und gleichzeitig überhaupt keine. Alles war Bewegung: Stimmen, Stoffe, Mopeds, Katzen, Hände, die zeigten, handelten, lachten. Und dann war er plötzlich da. Dieser Geruch, der nicht fragte, ob er durfte. Heißes Öl, süßer Teig, Gewürze, die sich anfühlten wie ein warmer Griff in den Nacken. Vanille, Zimt, Kardamom. Wie ein Basar, der mir die Augen verband und mich trotzdem sicher führte.

Ich folgte der Spur, als wäre sie ein Geheimnis, das nur für mich gedacht gewesen war. Da lag er. Fetttriefend, golden, krumm und stolz, mit diesem Gewürzzucker, der sich nicht auf die Oberfläche legte, sondern gleich Besitz ergriff. Ich biss hinein und für einen Moment wurde es still in mir, obwohl es um mich herum weiter tobte. Der Teig war weich, innen fast noch feucht, außen knusprig an den Stellen, wo das Öl ihn geküsst hatte. Und dann passierte dieses kleine Wunder: Der kringelige Regelbrecher verschwand in meinem Mund, als hätte er nie etwas anderes vorgehabt. Keine Manieren, keine Zurückhaltung.

Sie sind Donuts die grundsätzlich keinen Bock auf Regeln haben. Kein perfekter Kreis, keine Instagram-Glasur, kein „limited edition salted irgendwas“. Stattdessen ein Teig, der so klebrig ist, dass er sich anfühlt wie die letzten fünf Prozent Geduld, die man an einem Donnerstagmorgen noch übrig hat.

Sie wirken, als hätte Marrakech sie mit einer Hand geformt, während die andere Hand bereits Minztee einschenkt und dich dabei freundlich auslacht, weil du dachtest, du könntest Süßes kontrollieren.

Und dieser Gewürzzucker: Der ist nicht einfach Zucker mit ein bisschen Zimt. Das ist ein olfaktorischer Schlagring. Vanille, Zimt, Kardamom, alles zusammen wie ein Gewürzbasar, der dir ins Ohr flüstert: „Du bist nicht hier, um vernünftig zu sein. Eine Mischung aus goldenem Übermut und der leisen Erkenntnis, dass du gerade wieder dabei bist, dich in etwas reinzusteigern. Was für ein Glück.

Sfenj

Sfenj

Servings: 10 Stück
Author: Patrick Rosenthal

Zutaten

  • 2 TL Trockenhefe
  • 360 g Weizenmehl
  • 1 TL Salz
  • 100 g Zucker
  • 1 Pck. Bourbon-Vanillezucker
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • ½ TL gemahlener Kardamom
  • 1 Liter Rapsöl zum Ausbacken

Anleitungen

  • Trockenhefe mit 60 ml lauwarmem Wasser verrühren und 10 Minuten ziehen lassen. In einer Schüssel Mehl mit Salz vermengen.
  • Hefemischung und 120 ml lauwarmes Wasser zugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten.
  • Der Teig wird sehr klebrig sein, aber widerstehe der Versuchung, noch mehr Mehl hinzuzufügen.
  • Teig in eine leicht eingefettete große Schüssel geben, mit Frischhaltefolie abdecken und 1 Stunde gehen lassen.
  • Teig kurz zusammendrücken, um die Luft herauszulassen, anschließend noch einmal 1 Stunde gehen lassen.
  • In einer Schale Zucker mit Vanillezucker, Zimt und Kardamom vermengen.
  • Eine tiefe Pfanne mit etwa 2 cm Öl bedecken und das Öl bei mittlerer Hitze auf 165 °C erhitzen.
  • Halte einen langen Holzspieß oder Metallspieß bereit.
  • Befeuchte deine Hände mit etwas Wasser.
  • Nimm ein Teigstück in der Größe eines Tischtennisballs, rolle es zu einer Kugel und forme es dann mit den Fingern zu einem ringförmigen Donut. Er muss nicht perfekt rund sein, das ist völlig in Ordnung. Lass ihn vorsichtig ins heiße Öl gleiten. Steche sofort den Spieß durch das Loch und drehe den Donut zügig im Kreis. So bleibt die Öffnung erhalten und schließt sich nicht. Wiederhole das mit drei weiteren Sfenj, und befeuchte deine Hände zwischen jedem Stück.
  • Sobald die Unterseite gerade anfängt, goldgelb zu werden, wende die Donuts mit dem Spieß und backe die andere Seite ebenfalls goldbraun. Wenn die Sfenj fertig sind, nimm sie heraus, lege sie auf das Tablett und mache mit dem restlichen Teig weiter.
  • Die noch warmen Sfenj in den Gewürzzucker wälzen.
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