,

Erntekartell mit Expansionsplänen – Zucchini-Auberginen-Auflauf

Es gibt Gemüse, das kommt in haushaltsüblichen Mengen. Zwei Möhren. Eine Paprika. Vielleicht ein Kohlrabi, der dann drei Wochen im Gemüsefach liegt und dort still über die eigene Bedeutungslosigkeit nachdenkt.

Und dann gibt es Zucchini und Auberginen.

Die beiden betreten den Sommer nicht. Sie besetzen ihn.

Zucchini wächst bekanntlich schneller, als man neue Ausreden erfinden kann, warum man heute schon wieder keine geschenkt haben möchte. Auberginen dagegen stehen im Gemüseregal herum wie leicht beleidigte Operndiven. Dunkel, glänzend, anspruchsvoll und fest davon überzeugt, dass man sie einfach noch nie richtig verstanden hat.

Also habe ich beide in eine Auflaufform gesteckt. Nicht aus kulinarischer Diplomatie, sondern weil Gemüsekonflikte im Ofen meist besser enden als in Familienchatgruppen.

Dazu kamen Kirschtomaten, reichlich Knoblauch, etwas Olivenöl, Basilikum, Petersilie und Parmesan. Also jene Zutaten, die man immer dann braucht, wenn Gemüse allein noch nicht überzeugend genug auftritt.

Im Ofen passiert dann das, was man im echten Leben oft vergeblich erwartet: Alles wird weich, verliert seine Schärfe und findet irgendwie zusammen.

Die Zucchini saugt sich mit Öl und Tomatensaft voll, die Aubergine gibt ihre anfängliche Sperrigkeit auf, der Knoblauch übernimmt ungefragt die Gesprächsführung und der Parmesan legt sich über alles wie eine dünne Schicht moralischer Entlastung.

Das Ergebnis ist kein hübsch gestapeltes Sommergemüse für Menschen, die ihr Leinenhemd auch beim Kochen fleckenfrei halten. Es ist weich, saftig, stellenweise zerfallen, ein bisschen verschmiert und damit ungefähr so glaubwürdig wie ein Gericht nur sein kann.

Man stellt die Form auf den Tisch, nimmt sich eine Portion, dann noch eine, und plötzlich ist sie halb leer.

Natürlich könnte man das Ganze als leichte mediterrane Gemüsepfanne aus dem Ofen bezeichnen. Aber das wäre gelogen. Es ist ein sommerlicher Kontrollverlust mit Parmesan.

Und vermutlich die angenehmste Möglichkeit, zwei Erntegiganten gleichzeitig aus dem Haus zu bekommen.

Gemüsekollaps

Zucchini-Auberginen-Auflauf

Servings: 4 Portionen
Author: Patrick Rosenthal

Zutaten

  • 3 mittelgroße Zucchini
  • 2 mittelgroße Aubergine
  • 300 g Kirsch- oder Datteltomaten
  • 1 EL natives Olivenöl extra
  • 4 große Knoblauchzehen fein gehackt
  • ¼ TL Salz
  • ¼ TL gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 80 g frisch geriebener Parmesan
  • frisch gehacktes Basilikum
  • frisch gehackte Petersilie

Anleitungen

  • Den Backofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine tiefe, etwa 23 × 23 cm große Auflaufform oder eine vergleichbare Form mit ungefähr 3,3 Litern Fassungsvermögen leicht einfetten.
  • Die Zucchini längs vierteln und anschließend in etwa 1,5 cm dicke Stücke schneiden. Die Zucchinistücke sollten ungefähr 1,5 bis 2 cm groß sein. In eine große Rührschüssel geben.
  • Die Aubergine in etwa 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben übereinanderlegen und anschließend in ungefähr 2 cm große Stücke schneiden. Zu den Zucchini in die Schüssel geben.
  • Die Kirschtomaten halbieren und ebenfalls hinzufügen.
  • Das Gemüse mit dem Olivenöl beträufeln. Knoblauch, Salz, Pfeffer, die Hälfte des Parmesans sowie jeweils die Hälfte von Basilikum und Petersilie dazugeben. Alles vorsichtig vermengen.
  • Das Gemüse in die vorbereitete Auflaufform geben und zunächst 25 Minuten backen.
  • Die Form anschließend mit Alufolie abdecken und weitere 10 bis 20 Minuten backen, bis das Gemüse weich und gar ist.
  • Vor dem Servieren mit dem restlichen Parmesan, Basilikum und der übrigen Petersilie bestreuen. Warm servieren.

TIPP

Größere und reifere Auberginen können leicht bitter schmecken. Wer das vermeiden möchte oder Auberginen grundsätzlich als etwas bitter empfindet, kann sie vor der Zubereitung salzen.

Dafür die Aubergine in etwa 0,5 cm dicke Scheiben schneiden und auf Küchenpapier auslegen. Die Scheiben leicht mit Salz bestreuen und etwa 10 Minuten ruhen lassen. Anschließend mit weiterem Küchenpapier gründlich trocken tupfen und das Rezept wie beschrieben fortsetzen.

Reste können bis zu 3 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Rezept Bewertung