Ofenratatouille mit Pasta
Da ist sie wieder. Sie hat ein bisschen Pause gemacht, und ihr habt wahrscheinlich schon gedacht, sie habe ein Ende genommen. Aber nein. Sie ist wieder da: die Zucchini.
Sie lag vermutlich die vergangenen Tage still im Gemüsefach und hat darüber nachgedacht, wie sie erneut in unser Leben treten könnte, ohne sofort erkannt zu werden. Vielleicht als Nudel. Vielleicht als Puffer. Vielleicht püriert in einem Kuchen, weil irgendwann irgendjemand beschlossen hat, Gemüse müsse sich auch noch im Gebäck verstecken. Diesmal versucht sie es gar nicht erst mit einer Tarnung. Sie kommt in dicken Halbmondscheiben, legt sich zu Aubergine, Paprika, Tomaten, Zwiebeln und einer gesellschaftlich auffälligen Menge Knoblauch aufs Backblech und lässt sich dort 40 Minuten lang rösten.
Das ist wichtig. Denn Zucchini hat roh ungefähr so viel Persönlichkeit wie ein feuchter Waschlappen. Erst im Ofen passiert etwas. Sie schrumpft, wird weich, bekommt braune Ränder und entwickelt plötzlich Charakter. Aus dem grünen Gartengemüse, das seit Wochen ungefragt über Zäune gereicht wird, wird ein ernst zu nehmendes Abendessen.
Auch die Tomaten verlieren ihre jugendliche Straffheit. Die Paprika wird süß, die Aubergine saugt sich mit Olivenöl voll, und die Knoblauchzehen liegen dazwischen wie kleine goldbraune Geständnisse. Alles wird faltiger, dunkler und besser. Man könnte sagen: wie Menschen, nur mit Olivenöl.
Am Ende kommt ein Schuss Rotweinessig darüber. Nicht viel, nur genug, damit das Gemüse kurz aufwacht und sich daran erinnert, dass es nicht als Beilage geboren wurde. Dann wird das Ratatouille unter heiße Spaghetti gemengt. Richtig untergehoben, damit sich das geröstete Gemüse, das Öl und der entstandene Saft um jede einzelne Nudel legen.
Das Ergebnis schmeckt nach Sommer und nach der Genugtuung, doch noch eine Verwendung für die vier Zucchini gefunden zu haben, die heute Morgen vor der Haustür lagen.
Die Zucchini ist also zurück. Nicht aus Versehen und vermutlich auch nicht zum letzten Mal. Sie lugt bereits wieder um die Ecke. Wahrscheinlich hat sie Freunde mitgebracht.
Ofenratatouille mit Pasta
Zutaten
- 1 Aubergine in 1,5 cm große Stücke geschnitten
- 2 rote Paprika alternativ gelbe oder grüne Paprika, in etwa 1,5 cm breite Streifen geschnitten
- 2 große Tomaten in Spalten geschnitten
- 3 mittelgroße Zucchini je nach Größe in Scheiben oder halbiert
- 1 Zwiebel geachtelt
- 8 Knoblauchzehen ganz und geschält
- 3 EL frische Kräuter wie Thymian Oregano oder Rosmarin, oder eine Mischung daraus
- Olivenöl zum Beträufeln
- Salz und schwarzer Pfeffer nach Geschmack
- ein kleiner Schuss Rotweinessig alternativ Balsamico
Optional
- glatte Petersilie oder frische Basilikumstreifen
- Chiliflocken
- etwas Olivenöl
Anleitungen
- Backofen auf 200 Grad Celsius vorheizen.
- Gemüse auf das Backbleche verteilen und mit Olivenöl beträufeln, sodass alles gut überzogen ist. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und alles gut vermengen.
- Das Gemüse zunächst 20 Minuten im heißen Ofen rösten. Dann die geschälten Knoblauchzehen und die frischen Kräuter darübergeben und das Gemüse gut durchmengen.
- Weitere 20 Minuten rösten, dann erneut wenden. Die Temperatur anschließend auf 150 Grad Celsius reduzieren und weitere 10 bis 20 Minuten rösten, bis das Gemüse weich ist und die Ränder leicht karamellisieren..
- Aus dem Ofen nehmen, abschmecken und bei Bedarf mit mehr Salz und Pfeffer würzen. Einen kleinen Schuss Essig darübergeben und vorsichtig untermischen.
- Sofort servieren.
TIPP
Ratatouille hält sich in einem luftdicht verschlossenen Behälter im Kühlschrank bis zu 4 Tage und kann bis zu 6 Monate eingefroren werden.
Es kann warm oder kalt gegessen werden.
Wenn weniger Knoblauch gewünscht ist, die Menge einfach reduzieren.
Serviervorschlag mit Pasta
Pasta nach Packungsanweisung kochen. Das Ratatouille in einer großen Pfanne erwärmen, dabei nach Wunsch etwas mehr Olivenöl hinzufügen. Die gekochte Pasta unterheben, mit Salz abschmecken und nach Wunsch mit geriebenem Pecorino und frischen Kräutern servieren.
Serviervorschlag auf Toast
Brot rösten, das Ratatouille erwärmen und ein pochiertes Ei zubereiten. Das Toast mit etwas Olivenöl beträufeln, warmes Ratatouille daraufgeben und mit dem pochierten Ei toppen. Mit Salz, Pfeffer und frischen Kräutern abschließen.
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