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Pasta mit Kirschtomaten und Aubergine

Nachdem sich neben Zucchinirezepten erstaunlich viele Menschen auch Auberginenrezepte gewünscht haben, muss ich davon ausgehen, dass der Sommer inzwischen jede Form von Selbstbeherrschung zerstört hat.

Auberginen also.

Dieses Gemüse, das aussieht, als hätte eine Zucchini einen gut bezahlten Job in einer Werbeagentur bekommen und trüge seitdem nur noch Violett. Außen glänzend, innen schwammig, charakterlich ein Küchenschwamm.

Hier im Haushalt gibt es genau einen Menschen, der Auberginen wirklich mag.

Das bin ich.

Der Rest betrachtet sie mit jener vorsichtigen Ablehnung, die man sonst nur Menschen entgegenbringt, die ungefragt erzählen, sie seien gerade aus einem Schweigeretreat zurückgekommen und hätten dort gelernt, Wasser zu fühlen.

Deshalb versuche ich seit Jahren, Auberginen so zuzubereiten, dass niemand mehr sagen kann, sie würden nach nichts schmecken. Das ist bei Auberginen nämlich keine Kritik, sondern zunächst einmal eine korrekte Zustandsbeschreibung. Man muss ihnen Geschmack zuführen. Viel Geschmack. Öl, Knoblauch, Tomaten, Chili, Parmesan und notfalls ein eindringliches Gespräch über ihre Zukunft.

Bei diesem Rezept gelingt es tatsächlich.

In der Pfanne saugen sich die Auberginen zunächst mit Olivenöl voll, als hätten sie erfahren, dass es kostenlos ist. Dann werden sie weich, goldbraun und plötzlich erstaunlich köstlich. Knoblauch und Chili erledigen den Rest, während die Kirschtomaten langsam aufplatzen und sich in eine rustikale Sauce verwandeln. Rustikal bedeutet hier: Es sieht nicht perfekt aus, schmeckt aber so gut, dass niemand mehr Fragen stellt.

Obenauf kommen Kräuter und gehobelter Parmesan. Nicht zaghaft. Parmesan ist keine Dekoration. Parmesan ist eine Lebensentscheidung.

Und plötzlich mögen auch Menschen Auberginen, die vorher behauptet haben, Auberginen seien ihnen zu weich, zu schwammig oder generell verdächtig. Meist essen sie sogar einen zweiten Teller und erklären anschließend, es habe vermutlich an den Tomaten gelegen.

Natürlich.

Es liegt niemals an der Aubergine.

Pasta mit Kirschtomaten und Aubergine

Servings: 4 Portionen
Author: Patrick Rosenthal

Zutaten

  • 3 Auberginen gewürfelt
  • 300 g Penne
  • 2 TL Salz
  • 5 EL Olivenöl
  • 4 Knoblauchzehen fein gehackt
  • 300 g Kirschtomaten halbiert oder ganz gelassen
  • ½ TL schwarzer Pfeffer
  • Chiliflocken nach Wunsch
  • gehackte Petersilie und/oder Basilikum zum Servieren
  • gehobelter Parmesan zum Servieren

Anleitungen

  • Auberginenwürfel in ein Sieb geben und mit 1 TL Salz vermengen. Etwa 20 Minuten ziehen lassen, damit überschüssige Flüssigkeit austreten kann. Anschließend mit einem Küchentuch gründlich trocken tupfen.
  • Pasta nach Packungsanweisung al dente kochen.
  • Während die Pasta kocht Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen.
  • Auberginenwürfel portionsweise jeweils etwa 3 bis 4 Minuten anbraten, bis sie weich werden und leicht gebräunt sind. Anschließend alle Auberginenwürfel wieder zurück in die Pfanne geben.
  • Knoblauch und Chili hinzufügen und etwa 1 Minute mitbraten, bis sie aromatisch duften.
  • Kirschtomaten, 1 TL Salz und den schwarzen Pfeffer unterrühren. Die Tomaten etwa 3 Minuten weitergaren, bis sie weich und saftig werden und ihre Haut leicht schrumpelig aussieht.
  • Sobald die Pasta fertig ist, mit einer Schaumkelle direkt aus dem Kochwasser in die Pfanne geben. Alles gründlich mit den Tomaten und Auberginen vermengen.
  • Die Pasta vor dem Servieren mit gehackter Petersilie und/oder Basilikum sowie gehobeltem Parmesan bestreuen.
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