Der beste Franzbrötchen-Likör
Bevor jetzt jemand Sahne mit Zimt verrührt, Wodka hineinschüttet und das Ganze „Franzbrötchen-Likör“ nennt: Nein. Ein Franzbrötchen ist kein Zimt mit Teighintergrund. Es ist Butter, karamellisierter Zucker und diese dunklen, klebrigen Stellen, die am Papier hängen bleiben und selbstverständlich noch mit dem Fingernagel abgekratzt werden. Und es ist dieser gebackene, leicht fettige Duft, wegen dem man beim Bäcker aus Versehen vier kauft, obwohl man allein lebt.
Also habe ich das einzig Vernünftige getan. Ich habe ein Franzbrötchen geröstet. Man könnte sagen, das sei unnötig.
Man könnte allerdings auch einfach still sein.
Und dann darf dieser ehemalige Backwarenbestand in warmer Sahne liegen und alles herausgeben, was ihn einmal zu einem respektablen Mitglied einer Hamburger Bäckertheke gemacht hat. Danach wird er ausgewrungen.
Ich möchte an dieser Stelle nicht von einem würdevollen Ende sprechen.
Aber von einem guten.
Weiße Schokolade macht den Likör cremig, Vanille schiebt von hinten Wärme nach und Wodka sorgt dafür, dass aus dem Frühstück endgültig eine Abendveranstaltung wird.
Und ich merke es selbst: Wir nähern uns wieder dieser Jahreszeit.
Geschenke aus der Küche.
Nikolaus steht an. Einladungen trudeln ein. Weihnachtsfeiern werden geplant. Irgendjemand sagt bald wieder: „Wir schenken uns dieses Jahr aber wirklich nichts.“
Und natürlich beginnt das Wichtelgedöns.
Ich hasse Wichteln. Wichteln ist für mich die gesellschaftlich akzeptierte Form, 15 Euro für jemanden auszugeben, von dem man nicht einmal weiß, ob er eine Badewanne besitzt.
Am Ende hält man Badesalz, einen Filzuntersetzer oder eine Tasse mit „Ho Ho Ho“ in der Hand und muss eine Dankbarkeit aufführen, für die andere Menschen Schauspielunterricht nehmen. Deshalb verschenken wir dieses Jahr Alkohol.
Und zwar keinen Sahnelikör, dem man zwei Teelöffel Zimt hineingeworfen und anschließend eine norddeutsche Geburtsurkunde ausgestellt hat.
Das hier ist Franzbrötchen-Likör.
Und jetzt entschuldigt mich.
Irgendwo wartet bereits eine Rentiertasse darauf, verwichtelt zu werden.
FRANZBRÖTCHEN-LIKÖR MIT ECHTEM FRANZBRÖTCHEN
Zutaten
- 100 g Franzbrötchen vom Vortag gewürfelt
- 40 g Butter
- 150 g brauner Zucker
- 300 ml Sahne
- 150 ml Vollmilch
- 2 TL Zimt gemahlen, am besten Cassia
- ¼ TL Salz
- 90 g weiße Schokolade gehackt
- 1 TL Vanilleextrakt
- 250 ml Wodka 40 % Vol.
Anleitungen
- Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Franzbrötchen auf einem Backblech verteilen und etwa 11 Minuten goldbraun rösten. Die Würfel sollen intensiv duften und an den Kanten dunkel werden, aber nicht verbrennen.
- Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen und etwa 4 Minuten weiter erhitzen, bis sie aufschäumt, nussig riecht und sich am Boden kleine braune Punkte bilden.
- Den braunen Zucker zugeben und unter Rühren etwa 3 Minuten erhitzen, bis die Masse dunkler wird und glänzt.
- Sahne und Milch vorsichtig angießen. Achtung, es kann spritzen. Unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat.
- Zimt, Salz und die gerösteten Franzbrötchenwürfel zugeben. Alles 10 Minuten knapp unter dem Siedepunkt ziehen lassen und dabei immer wieder umrühren. Nicht kochen lassen.
- Die Mischung durch ein feines Sieb gießen, das mit einem sauberen Tuch ausgelegt ist. Die Franzbrötchenwürfel im Tuch kräftig ausdrücken, damit möglichst viel Flüssigkeit und Geschmack im Likör landet.
- Weiße Schokolade und Vanilleextrakt in die noch heiße Flüssigkeit geben und rühren, bis die Schokolade vollständig geschmolzen ist.
- Die Mischung etwa 30 Minuten auf lauwarm abkühlen lassen.
- Wodka zugeben und alles mit dem Pürierstab etwa 30 Sekunden kräftig mixen.
- In sterilisierte Flaschen füllen, verschließen und im Kühlschrank lagern. Vor dem Servieren gut schütteln.
Haltbarkeit
Gekühlt etwa 3 Wochen. Der Likör gehört aufgrund seines relativ niedrigen Alkoholgehalts und der enthaltenen Milchprodukte unbedingt in den Kühlschrank.
Tipp: Normaler Supermarktzimt ist meist Cassia-Zimt und passt hier hervorragend. Ceylon-Zimt ist deutlich feiner und milder. Ein leichter Zimtfilm am Flaschenboden ist völlig normal und verschwindet beim Schütteln.
FRANZBRÖTCHEN-LIKÖR MIT FLAVOUR DROPS
Zutaten
- 40 g Butter
- 130 g brauner Zucker
- 300 ml Sahne
- 150 ml Vollmilch
- 2 TL Zimt gemahlen, am besten Cassia
- ¼ TL Salz
- 90 g weiße Schokolade gehackt
- 1 TL Vanilleextrakt
- 250 ml Wodka 40 % Vol.
- 10 bis 20 Tropfen Flavour Drops Zimtschnecke
Anleitungen
- Butter in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen und etwa 4 Minuten weiter erhitzen, bis sie aufschäumt, nussig riecht und sich am Boden kleine braune Punkte bilden. Den braunen Zucker zugeben und unter Rühren etwa 3 Minuten erhitzen, bis die Masse dunkler wird und glänzt. Sahne und Milch vorsichtig angießen. Unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Zimt und Salz zugeben. Alles 10 Minuten knapp unter dem Siedepunkt ziehen lassen und dabei immer wieder umrühren. Nicht kochen lassen.
- Mischung durch ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes feines Sieb gießen.
- Weiße Schokolade und Vanilleextrakt in die noch heiße Flüssigkeit geben und rühren, bis die Schokolade vollständig geschmolzen ist.
- Etwa 30 Minuten auf lauwarm abkühlen lassen.
- Wodka und zunächst 10 Tropfen Zimtschnecken-Flavour-Drops zugeben. Mit dem Pürierstab etwa 30 Sekunden kräftig mixen. Probieren und bei Bedarf jeweils 3 weitere Tropfen hinzufügen, bis die gewünschte Intensität erreicht ist. Insgesamt nicht mehr als 20 Tropfen verwenden.
- In sterilisierte Flaschen füllen, verschließen und im Kühlschrank lagern. Vor dem Servieren kräftig schütteln.
Tipp: Die Flavour Drops unbedingt erst am Ende zugeben. Zu viel davon macht aus Franzbrötchen irgendwann Duftkerze.
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