Harissa Auberginen Ragout
Auberginen. Immer noch.
Ich möchte an dieser Stelle offiziell festhalten, dass wir Ende August haben und die Aubergine offenbar beschlossen hat, den Sommer persönlich zu Ende zu moderieren.
Sie liegt immer noch überall.
Im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt, im Garten und in meiner Küche.
Ich habe langsam das Gefühl, wenn ich nachts den Kühlschrank öffne, sitzt eine drin und fragt, ob wir morgen vielleicht mal wieder was zusammen machen wollen.
Nein, Auber-Gina. Eigentlich nicht.
Und dann liegen sie da. Vier glänzende lila Verpflichtungen mit dem Charisma eines orthopädischen Sitzkissens.
Also musste eine Lösung her, bei der man hinterher nicht denkt: Schön, jetzt habe ich Aubergine gegessen.
Sondern: Was zur Hölle war das denn bitte?
Und hier kommt Harissa ins Spiel.
Die Auberginen werden geröstet, bis sie endlich aufhören, sich wie feuchte Küchenschwämme aufzuführen. Währenddessen kommen Zwiebeln und Knoblauchzehen in den Topf. Sechs. Nicht zwei „für das Aroma“.
Wir kochen hier und richten keine Eigentumswohnung für Knoblauch ein.
Dann Harissa, Passata und alles so lange einkochen lassen, bis aus Tomatensauce etwas geworden ist, das durchaus bereit wäre, für seine Überzeugungen vor Gericht zu gehen.
Die gerösteten Auberginen hinein.
Noch einmal köcheln lassen.
Und dann passiert das, worauf ich bei Auberginen seit Juni warte:
Sie ergeben Sinn. So saftig und konzentriert, dass sich die Pasta da nicht einfach Sauce nimmt, sondern komplett reinlegt. Ich habe Penne genommen.
Pappardelle wären eleganter gewesen, aber irgendwann muss man auch aufhören, einer Aubergine gesellschaftlichen Aufstieg zu ermöglichen.
Obendrauf ein bisschen Petersilie. Fertig.
Und bevor jemand fragt: Ja, das Ragout hält sich angeblich sechs Tage im Kühlschrank.
Harissa Auberginen Ragout
Zutaten
Für die Auberginen
- 2 Knoblauchzehen gehackt
- 1 EL getrockneter Oregano
- 2 TL Paprikapulver
- 1 TL Fenchelsamen
- 1 TL gemahlener Zimt
- 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
- 4 EL Olivenöl
- 4 große Auberginen in große Würfel oder dicke Scheiben geschnitten
Für die Sauce
- 2 EL Olivenöl
- 2 Zwiebeln gewürfelt
- 6 Knoblauchzehen fein gehackt
- 1 gehäufter EL Harissa Paste
- 500 g Passata
- 1 Dose geschälte Tomaten ca. 240 g
- 1 TL Zucker
- Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Anleitungen
- Backofen auf 200 °C Ober und Unterhitze vorheizen.Backblech mit Backpapier auslegen.
- Knoblauch, Oregano, Paprikapulver, Fenchelsamen, Zimt und Kreuzkümmel mit 4 EL Olivenöl in einer großen Schüssel vermengen. Auberginen dazugeben und am besten mit den Händen gründlich vermischen, sodass sie rundherum mit der Gewürzmischung überzogen sind. Auf dem Backblech verteilen und 30 bis 35 Minuten rösten, bis die Auberginen gebräunt und weich sind. Beiseitestellen.
- Für die Sauce 2 EL Olivenöl in einem großen Topf bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Zwiebeln hineingeben, mit einer Prise Salz würzen und 8 bis 10 Minuten braten, bis sie weich und glasig sind, aber möglichst keine Farbe angenommen haben. Knoblauch hinzufügen und unter regelmäßigem Rühren Minuten braten. Harissa, passierte Tomaten, geschälte Tomaten und Zucker hinzufügen. Großzügig mit Salz und Pfeffer würzen und alles gut verrühren. Hitze auf mittlere Stufe reduzieren und die Sauce ohne Deckel etwa 30 Minuten einkochen lassen.
- Wenn die Sauce deutlich eingedickt ist, probieren und kräftig abschmecken.
- Geröstete Auberginen in die Sauce geben und vorsichtig unterrühren. Weitere 10 bis 15 Minuten köcheln lassen. Anschließend nochmals abschmecken.
- Falls die Sauce zu dick geworden ist, etwas warmes Wasser hinzufügen.
TIPP
Mit Pasta, Reis oder Fladenbrot servieren.
Tipp für Pasta
Pasta mit einem großen Stück Butter unter die Soße rühren.
Das Rot dieser Sauce hat nichts Italienisches-Postkartenhaftes. Es ist dunkler, schmutziger, erwachsener. Die Sauce kriecht in jede Rille der Penne und hat offensichtlich keinerlei Respekt vor persönlichen Grenzen.
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