Stachelbeer Kokos Kuchen
Die Stachelbeere ist vermutlich die unbeliebteste Beere des deutschen Gartens.
Nicht verhasst. Das wäre immerhin eine Form von Leidenschaft. Sie wird eher behandelt wie eine entfernte Tante, die jedes Jahr unangekündigt auftaucht, leicht sauer schaut und trotzdem erwartet, dass man sich freut. Erdbeeren bekommen Sahne. Himbeeren bekommen Champagner. Heidelbeeren landen in Bowls, die aussehen, als hätten sie ein eigenes Social Media Management.
Und die Stachelbeere?
Die steht hinten im Garten, trägt eine Frisur aus Dornen und wartet darauf, dass endlich jemand ihren inneren Wert erkennt.
Vielleicht liegt es am Namen. Stachelbeere klingt nicht nach Sommer. Stachelbeere klingt nach einer pädagogischen Maßnahme. Nach etwas, das man essen soll, weil die Großmutter gesagt hat, dass es gesund ist und Großmütter bekanntlich nie diskutieren, sondern nur nachlegen.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Stachelbeere keinerlei Interesse daran hat, sofort zu gefallen. Sie ist sauer und äußerlich auch nicht gerade die Grace Kelly unter den Früchten. Sie ist eher die Frau, die auf einer Party in der Küche sitzt, jeden durchschaut und am Ende die einzige ist, mit der man wirklich reden möchte.
In diesem Kuchen trifft die Stachelbeere auf Kokos.
Das klingt zunächst ein wenig so, als hätten sich ein deutscher Schrebergarten und eine Strandbar auf Bali bei einer Fortbildung für Selbstverwirklichung kennengelernt.
Aber es funktioniert.
Die Kokosraspeln bringen Wärme, Süße und dieses leicht tropische Gefühl mit, das sich gern für Entspannung hält. Die Stachelbeere hält dagegen. Frisch, säuerlich, ein bisschen frech und völlig unbeeindruckt vom Wellnessprogramm.
Der Teig bleibt saftig. Die Stachelbeeren platzen beim Backen leicht auf und geben ihren Saft ab, als hätten sie lange genug geschwiegen. Oben rösten die Kokosraspeln.
Der Kuchen ist süß, aber nicht harmlos. Saftig, aber nicht schwer. Tropisch, aber ohne Bastrock.
Und vielleicht ist das genau das Problem der Stachelbeere.
Sie ist nicht sofort bequem, man muss ihr eine Chance geben.
Stachelbeer Kokos Kuchen
Zutaten
Teig
- 340 g weiche Butter plus etwas mehr zum Einfetten
- 340 g Zucker
- 200 g Kokosraspel
- 380 g Mehl
- 3 TL Backpulver
- 200 g Kokosjoghurt
- 7 Eier
- 600 g Stachelbeeren
- ¾ TL Salz
Topping
- 45 g Kokosraspel
- 2 EL feiner Zucker
- 1 ⅔ EL Butter geschmolzen
Anleitungen
- Backofen auf 160 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
- Springform einfetten.
- Butter, Zucker, Kokosraspel, Mehl, Backpulver, Kokosjoghurt, Eier und Salz in eine große Schüssel geben und verrühren.
- Etwa drei Viertel der Stachelbeeren vorsichtig unter den Teig heben. Den Teig in die vorbereitete Springform geben und die Oberfläche glatt streichen.
- Die restlichen Stachelbeeren auf dem Teig verteilen und leicht hineindrücken.
- Den Kuchen etwa 60 Minuten backen.
- Währenddessen für das Topping Kokosraspel, Zucker und geschmolzene Butter vermischen.
- Nach 60 Minuten den Kuchen kurz aus dem Ofen nehmen und das Kokos-Topping gleichmäßig darauf verteilen. Anschließend weitere 15 bis 25 Minuten backen, bis der Kuchen goldbraun ist.
- Mit einem Holzstäbchen prüfen, ob der Kuchen durchgebacken ist. Wegen der saftigen Stachelbeeren darf das Stäbchen leicht feucht sein, es sollte jedoch kein roher Teig daran haften.
- Den Kuchen 20 Minuten in der Form abkühlen lassen. Danach vorsichtig aus der Form lösen und vollständig auskühlen lassen.
- Nach Wunsch mit zusätzlichem Kokosjoghurt servieren
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