Mango-Kokos-Bällchen
Bei diesen Temperaturen ist so ein Mango-Kokos-Bällchen aus dem Kühlschrank natürlich eine kleine Erfrischung. Nicht dieses „Ich trinke jetzt acht Liter Gurkenwasser und werde plötzlich ein besserer Mensch“-Frisch, sondern eher: Tür auf, Kühlschranklicht an, ein Ball in die Hand, kurz wieder an das Gute glauben.
Das Foto dazu ist allerdings nicht sommerlich geworden. Kein Strand, kein Bastkorb, kein fröhliches Leinenkleid, das irgendwo sehr beschäftigt im Wind steht. Eher volle Dunkelheit. Als wäre der Sommer nicht an die Ostsee gefahren, sondern in den Keller gerutscht und hätte dort beschlossen, ein bisschen dramatisch zu sein. Aber manchmal muss das sein. Ich erinnerte mich beim Fotografieren an meine Anfänge als Food-Fotograf. Damals wollten plötzlich alle so fotografieren wie Corinna Gissemann. Dieses Dunkle, Matte, Schattige. Teller, die aussahen, als hätten sie eine Vergangenheit. Licht, das nicht einfach aufs Essen fiel, sondern sich vorher offenbar mehrere Gedanken gemacht hatte. Ich war komplett fasziniert davon.
Heute bin ich ein bisschen weg von diesem ganz schwarzen Look. Nicht alles muss aussehen, als hätte ein Mönch im 17. Jahrhundert heimlich ein Dessert angerichtet. Aber ich mag es immer noch, wenn ein Bild Mood hat. Wenn es matt ist. Wenn es nicht schreit: „Sommer! Frucht! Gute Laune!“, sondern eher leise murmelt: „Setz dich. Iss und denk kurz nach.“
Angefangen habe ich damals an meinem Küchentisch in meiner Frankfurter Wohnung. Wer hätte gedacht, dass ein paar Jahre später eine ganze Etage mit eigener Küche, zwei großen Studiozimmern und über 500 Untergründen mir gehört? Dazu so viel Geschirr und Besteck, dass ich es wahrscheinlich bis zur Decke stapeln könnte. Ein Keller voller alter Holzstühle. Ein Zimmer voller alter Holztische, die auf jedem Flohmarkt viel zu laut meinen Namen rufen und dann selbstverständlich mit nach Hause müssen.
Verrückt ist das schon.
Und ja, ich bin sehr dankbar dafür.
Vor allem, wenn am Ende aus Mango, Kokos und etwas Kondensmilch kleine kühle Bällchen entstehen, die aussehen, als hätten sie mehr Haltung als die meisten Sommertrends.
Mango-Kokos-Bällchen
Zutaten
- 240 g Mango-Püree aus frischen Mangos
- 160-200 g Kokosraspeln
- 20 g Kokosraspeln zum Wälzen
- 300 g gezuckerte Kondensmilch
- ¼ TL gemahlener Kardamom
Anleitungen
- Kokosraspeln in eine Pfanne geben und bei niedriger Hitze 2 bis 3 Minuten sanft rösten. Sie sollen duften, aber nicht bräunen. Mango-Püree dazugeben und etwa 1 Minute gut verrühren, bis sich Mango und Kokos verbunden haben. Gezuckerte Kondensmilch und Kardamom hinzufügen. Alles unter ständigem Rühren bei niedriger bis mittlerer Hitze erhitzen, bis die Masse eindickt und sich wie ein weicher Teig vom Pfannenboden löst. Das dauert ungefähr 6 bis 10 Minuten. Nicht weglaufen. Diese Masse brennt schneller an, als man „nur kurz Instagram checken“ sagen kann.
- Pfanne vom Herd nehmen. Die Masse nur so weit abkühlen lassen, dass du sie anfassen kannst. Dann mit leicht angefeuchteten Händen kleine Bällchen formen.
- Die Bällchen in Kokosraspeln wälzen.
- Im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 3 Tagen essen.
Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!