Bratapfelaufstrich mit Marzipan, gerösteten Mandeln und Rumrosinen

Bratapfel aufs Brot.

Ich finde, der Bratapfel wird seit Jahrzehnten völlig unterschätzt. Einmal im Jahr darf er im Ofen liegen, wird mit Rosinen vollgestopft, bekommt eine Ladung Vanillesoße über den Kopf und anschließend sieht man ihn elf Monate nicht mehr. Eine Karriere, die ungefähr so viel Entwicklungspotenzial hat wie die Sitzordnung beim jährlichen Familientreffen.

Dabei kann der mehr.

Also habe ich beschlossen, ihn zum Frühstück einzuladen. In Form eines Bratapfelaufstrichs mit Marzipan, Rumrosinen, Butter, Zimt und karamellisierten Äpfeln.

Und weil ich grundsätzlich misstrauisch werde, wenn ein Rezept nach Bratapfel schmecken soll, die Äpfel aber ausschließlich in einem Topf gekocht werden, wanderten meine erst einmal in den Backofen.

Ich meine, wir nennen das Ding schließlich Bratapfel. Nicht Apfel mit warmem Wasser und einer weihnachtlichen Persönlichkeitsstörung.

Die Äpfel dürfen im Ofen weich werden, der braune Zucker karamellisiert, die Butter erledigt den Rest. Danach kommen Marzipan, Vanille und Rosinen dazu, die vorher ein kleines Bad in braunem Rum genommen haben. Was ich ihnen nicht verdenken kann. Bei der aktuellen Weltlage würde ich mich auch gern gelegentlich für eine halbe Stunde in Alkohol einlegen.

Anschließend wird alles zu einer dicken Creme püriert.

Das Ergebnis schmeckt, als hätte der Dezember all seine freundlichen Seiten gesammelt und sie in ein kleines Glas gefüllt. Wie ein warmer Apfelkuchen, der beschlossen hat, morgens keine gesellschaftlichen Erwartungen mehr erfüllen zu müssen.

Ich habe den Aufstrich auf einem frischen Brötchen probiert. Danach auf einem Croissant. Und anschließend noch einmal direkt vom Löffel.

Besonders auf einem leicht warmen Croissant ist das eine ziemlich unverschämte Angelegenheit.

Bratapfelaufstrich

Servings: 2 Gläser á 250 ml
Author: Patrick Rosenthal

Zutaten

  • 800 g säuerliche Äpfel vorzugsweise Boskop
  • 40 g Butter
  • 60 g brauner Zucker
  • 1 TL Zimt
  • 40 g Rosinen
  • 2 EL brauner Rum alternativ naturtrüber Apfelsaft
  • 60 g Marzipanrohmasse klein gewürfelt
  • 20 g gemahlene Mandeln
  • 1 TL Vanillepaste
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 Prise Salz

Anleitungen

  • Rosinen mit dem Rum oder Apfelsaft vermischen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Die gemahlenen Mandeln in einer beschichteten Pfanne ohne zusätzliches Fett bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren leicht goldbraun rösten, bis sie angenehm duften. Anschließend abkühlen lassen.
  • Backofen auf 210 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Äpfel waschen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Die Apfelhälften mit der Schnittfläche nach oben und etwas Abstand zueinander auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen.
  • Butter in kleinen Flöckchen auf den Apfelhälften verteilen. Mit braunem Zucker und Zimt bestreuen. Im vorgeheizten Backofen etwa 30 bis 40 Minuten backen, bis die Äpfel weich sind und an den Rändern goldbraune, karamellisierte Stellen entstehen. Darauf achten, dass der Zucker nicht verbrennt.
  • Die Äpfel etwas abkühlen lassen. Das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus den Schalen lösen und in einen Topf geben. Den karamellisierten Saft vom Backblech ebenfalls hinzufügen.
  • Marzipanrohmasse zusammen mit den eingeweichten Rosinen samt Flüssigkeit, den gerösteten Mandeln, der Vanillepaste und einer Prise Salz zu den Äpfeln geben. Alles mit einem Stabmixer möglichst fein und cremig pürieren.
  • Masse bei niedriger bis mittlerer Hitze unter regelmäßigem Rühren etwa 5 bis 10 Minuten einkochen lassen, bis eine dickliche, streichfähige Konsistenz entsteht.
  • Zitronensaft unterrühren und den Aufstrich abschmecken. In sehr saubere Gläser füllen, verschließen, zügig abkühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren.

TIPPS

Da der Bratapfelaufstrich Butter enthält und nicht ausreichend für eine ungekühlte Lagerung konserviert ist, muss er im Kühlschrank aufbewahrt werden. Möglichst innerhalb von 3 bis 4 Tagen verbrauchen.

Der Aufstrich schmeckt besonders gut auf leicht geröstetem Brioche, frischen Brötchen oder einem noch warmen Croissant. Vor dem Servieren kurz umrühren, falls er durch die Butter im Kühlschrank etwas fester geworden ist.

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