Panna Cotta mit Himbeer-Gelee und Mascarpone-Sahnecreme

Panna Cotta ist so ein Dessert, das sich im Kalender wichtiger macht, als es ist. Kaum hat irgendwer Kerzen aufgestellt, eine Stoffserviette aus der Schublade gezogen und angefangen, Wörter wie „Menüfolge“ zu benutzen, steht sie wieder geschniegelt auf dem Tisch, als wäre sie nur für besondere Anlässe zuständig.

Ich habe ewig kein Dessert mehr gemacht. Nicht, weil ich keines wollte. Sondern weil man sich diesen Unsinn ja gern selbst erzählt: lohnt sich nicht, ist zu aufwendig, heb ich mir für Gäste auf, vielleicht an Ostern, vielleicht wenn Besuch kommt, vielleicht wenn das Leben endlich ordentlich genug aussieht für ein Glas Panna Cotta. Als müsste Genuss erst von außen genehmigt werden.

Und genau das ist eigentlich der Witz. Wir bewahren so vieles auf, bis es fast beleidigt ist. Das gute Geschirr, die besondere Schokolade und die Flasche für irgendwann. Als wäre der Alltag ein Wartezimmer und das eigentliche Leben käme später. Tut es aber nicht. Das hier ist schon das Leben. Nicht die Generalprobe. Nicht die ruhige Phase vor dem „richtigen Moment“. Genau dieser Samstag, diese müden Augen, dieses leicht chaotische Glasdessert mit Himbeergelee und aufgespritzter Mascarponecreme. Mehr Gegenwart wird es nicht.

Vielleicht ist genau das auch Selbstwert. Nicht das große Gerede darüber. Sondern sich selbst nicht immer nur die Reste zu lassen. Nicht immer zu funktionieren, zu sparen, aufzuschieben, zu vernünftig zu sein. Sondern sich etwas zu machen, das schön ist, obwohl niemand Geburtstag hat.

Ich finde, wir sollten aufhören, die schönen Dinge nur für Festtage zu reservieren. Der Festtag ist manchmal einfach der Moment, in dem man beschließt, sich selbst ernst zu nehmen. Ein Dessert ist kein Lebenskonzept, schon klar. Aber es ist vielleicht eine ziemlich gute Erinnerung daran, dass Freude nicht immer verdient werden muss. Manchmal reicht es, sie sich einfach hinzustellen. Mit Löffel und Sahne. Mit einer karamellisierten Pistazie obendrauf und der leisen Einsicht, dass man sich nicht ständig auf morgen vertrösten sollte.

Panna Cotta im Glas mit Himbeer-Gelee und Mascarpone-Sahnecreme

Panna Cotta im Glas mit Himbeer-Gelee und Mascarpone-Sahnecreme

Servings: 6 Portionen
Author: Patrick Rosenthal

Zutaten

Für die Panna Cotta

  • 4 Blatt Gelatine
  • 2 EL kaltes Wasser
  • 375 ml Sahne
  • 375 ml Milch
  • 105 g Zucker
  • ½ Vanilleschote längs aufgeschnitten und das Mark herausgekratzt

Für das Himbeer-Gelee

  • 1 Blatt Gelatine
  • 300 g TK-Himbeeren
  • 100 g Zucker
  • 2 TL Zitronensaft
  • Für die Pistazien
  • 65 g ungesalzene Pistazien geschält
  • 2 EL Zucker
  • 2 TL Wasser

Für das Topping

  • 150 g Mascarpone
  • 100 g Zucker
  • ½ Vanilleschote längs aufgeschnitten und das Mark herausgekratzt
  • 500 ml Sahne
  • 120 g Biscotti zerbröselt

Anleitungen

  • Für die Pannna Cotta die Gelatineblätter in kaltem Wasser etwa 5 bis 10 Minuten einweichen.
  • Sahne, Milch, Zucker und Vanillemark in einem Topf bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erwärmen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Nicht kochen lassen. Den Topf vom Herd nehmen.
  • Gelatine gut ausdrücken und in die warme, nicht kochende Sahne-Milch-Mischung einrühren, bis sie sich vollständig aufgelöst haben.
  • Die Mischung auf 6 Gläser verteilen. Abdecken und mindestens 6 Stunden kalt stellen, bis die Panna Cotta fest geworden ist. Dann ein paar Biscotti Brösel darauf verteilen.
  • Für das Gelee die Gelatineblätter in kaltem Wasser etwa 5 bis 10 Minuten einweichen.
  • Himbeeren, Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben. Unter häufigem Rühren aufkochen und etwa 5 Minuten köcheln lassen, bis die Mischung etwas eingedickt ist.
  • Die Fruchtmischung in einem Mixer fein pürieren. Anschließend durch ein Sieb in eine Schüssel streichen (optional, nur wenn du die Kerne raus haben willst).
  • Die Gelatine ausdrücken und in die noch warme Fruchtmasse einrühren, bis sie sich vollständig aufgelöst hat. Etwas abkühlen lassen, dann vorsichtig mit einem Löffel über die Biscotti im Glas geben. Mindestens 2 Stunden kühlen.
  • In der Zwischenzeit Pistazien, Zucker und Wasser in einen kleinen Topf geben und bei starker Hitze unter Rühren mit einem Holzlöffel erhitzen, bis der Zucker an den Pistazien kristallisiert, etwa 3 bis 4 Minuten. Sofort auf einem Teller verteilen und auskühlen lassen.
  • Mascarpone, Zucker und Vanillemark in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  • Bei niedriger Geschwindigkeit nach und nach die Sahne einlaufen lassen. Dann die Geschwindigkeit erhöhen und alles schlagen, bis eine feste Creme entsteht. Die Mascarponecreme in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen.
  • Die Mascarpone-Sahnecreme in die Gläser spritzen. Zum Schluss mit der Pistazien-Praline bestreuen.
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