Chicken Arrabbiata

Donnerstag. Ein Tag vor dem 1. Mai. Also dieser wunderbare Moment im Kalender, an dem halb Deutschland so tut, als sei es bereits in tiefer Erholung, während die andere Hälfte noch panisch Nudeln, Grillfleisch und Mineralwasser kauft, als stünde nicht ein Feiertag, sondern eine kleine Apokalypse bevor.

Und genau deshalb gibt es heute Chicken Arrabbiata. Pasta mit Hähnchen, Tomaten, Knoblauch, Chili und genug Olivenöl, um jeden Gedanken an „ich mache heute nur etwas Leichtes“ würdevoll zu beerdigen.

Arrabbiata heißt wütend. Passt also hervorragend zu einem Tag vor dem Feiertag. Zu vollen Supermärkten und zu Menschen, die mit zwei Packungen Kräuterbaguette, drei Wassermelonen und einem Gesichtsausdruck durch die Gänge laufen, als hätten sie persönlich die Versorgungslage Südeuropas zu sichern.

Diese Pasta ist scharf, tomatig, direkt und angenehm unpädagogisch. Sie fragt nicht, ob du deine Schritte heute schon voll hast. Sie interessiert sich nicht für Meal Prep, Proteinziele oder die Frage, ob Parmesan jetzt wirklich nötig ist. Natürlich ist Parmesan nötig. Wir sind hier nicht bei einer traurigen Betriebsversammlung mit Vollkornkeksen.

Das Hähnchen wird erst angebraten, dann in der Sauce fertig gegart. Dadurch bleibt es saftig und nimmt genau das auf, was gute Pasta ausmacht: Knoblauch, Chili, Tomate und diesen kleinen öligen Glanz, der auf dem Teller liegt wie ein italienischer Kommentar zur deutschen Angst vor Fett.

Also: Penne kochen, Hähnchen schneiden, alles zusammenwerfen und kurz so tun, als wäre das Leben übersichtlich. Morgen ist Feiertag. Heute darf es schon ein bisschen nach Wochenende schmecken. Nur eben mit mehr Chili.

Chicken Arrabbiata

Servings: 4 Portionen
Author: Patrick Rosenthal

Zutaten

  • 2 große Hähnchenbrustfilets
  • 4 EL Olivenöl
  • 4 große Knoblauchzehen fein gehackt
  • ½ kleiner Bund frische krause oder glatte Petersilie fein gehackt
  • 1 TL Chiliflocken
  • 2 Dosen gehackte Tomaten je 400 g
  • 1 EL Zucker
  • 400 g Penne
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 30 g Parmesan gerieben

Anleitungen

  • Die Hähnchenbrustfilets rundherum mit Salz und Pfeffer würzen. 2 EL Olivenöl in einer schweren Pfanne erhitzen. Das Hähnchen von außen goldbraun anbraten. Es muss noch nicht vollständig durchgegart sein, das passiert später in der Sauce. Aus der Pfanne nehmen. Knoblauch und Petersilie in einer kleinen Schüssel vermischen. Das restliche Olivenöl in die Pfanne geben. Knoblauch-Petersilien-Mischung und Chiliflocken hinzufügen.
  • Hitze reduzieren und alles etwa 30 Sekunden anschwitzen.
  • Die gehackten Tomaten, 100 ml Wasser und den Zucker einrühren.
  • Hähnchenbrustfilets zurück in die Sauce legen und bei niedriger Hitze 10 -12 Minuten sanft köcheln lassen. Nach der Hälfte der Zeit wenden. Prüfen, ob das Hähnchen durchgegart ist, dann aus der Sauce nehmen und auf ein Brett legen.
  • Die Sauce etwa 10 Minuten einkochen lassen, bis sie dicklich ist.
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken und warm halten.
  • Das Hähnchen in Scheiben schneiden und zurück in die Sauce geben.
  • Währenddessen die Pasta al dente kochen, abseihen und unter die Sauce mengen.
  • Zum Servieren nach Wunsch mit etwas Petersilie bestreuen und mit geriebenem Parmesan abschließen.

TIPP

Die Chiliflocken bringen ordentlich Schärfe in die Sauce. Wenn du empfindlich bist, nimm erst einmal nur die Hälfte und schmecke später nach.

Beim Olivenöl bitte nicht geizen. Es trägt hier nicht nur Fett bei, sondern Geschmack, Glanz und diese kleine italienische Selbstverständlichkeit, an der deutsche Diätphantasien regelmäßig scheitern.

Wenn die Sauce zu dick oder trocken wird, etwas Pastakochwasser einrühren.

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