Italienischer Pastasalat
Dieser Salat steht, irgendwo zwischen Brot, Oliven und der allgemeinen Behauptung, heute werde „nur schnell etwas Kleines“ gegessen. Und zehn Minuten später sitzen alle mit nachgefüllten Tellern da, als hätte man ihnen gerade eine kulinarische Erleuchtung serviert. So viel zur Bescheidenheit.
Dieser Salat ist im Grunde das Gegenteil von dem, was deutsche Grillbuffets jahrzehntelang unter Nudelsalat verstanden haben. Keine Mayonnaise, die sich wie ein schlecht gelaunter Teppich über alles legt. Kein Dosenmais, der aus irgendeinem Grund immer dabei sein muss, als hätte er einen Vertrag mit der Bundesrepublik. Stattdessen Fusilli, Kichererbsen, Kirschtomaten, Oliven, Pepperoncini, Babyspinat, Parmesan und Provolone. Also alles, was auf dem Teller ein bisschen aussieht, als hätte jemand kurz über Italien nachgedacht und dann endlich nicht geknausert. Apropos Italien. Kennt ihr schon mein neues italienisches Kochbuch „Mamma Carlotta kocht“ ? Und natürlich hätte Mamma Carlotta zum Salat eine Meinung. Sie hätte vermutlich erst die Nase gerümpft, weil kalte Pasta für sie nur dann akzeptabel ist, wenn vorher mindestens drei Menschen lautstark darüber diskutiert haben. Dann hätte sie die Schüssel gesehen, den Duft von Knoblauch, Oregano, Olivenöl und Rotweinessig in der Luft, und schon wäre aus Kritik ein sehr italienisches Schweigen geworden. Dieses Schweigen, bei dem man weiß: Jetzt wird gegessen, später wird geurteilt.Dann gibt sie noch etwas Parmesan dazu, weil Zurückhaltung ihrer Meinung nach eine Erfindung von Menschen ist, die nie richtig hungrig waren. Genau diese Art Küche zieht sich auch durch mein neues italienisches Kochbuch. Nicht dieses touristische Italien, bei dem irgendwo eine Mandoline klimpert und alle plötzlich in Leinenhemden durch Zitronenhaine laufen. Sondern Italien als Zustand: großzügig, direkt, aromatisch und ein bisschen unverschämt. Mamma Carlotta würde wahrscheinlich sagen: „Wenn schon Nudelsalat, dann einer, bei dem man nicht merkt, dass jemand Angst vor Geschmack hatte.“
Dem ist wenig hinzuzufügen. Außer vielleicht: mehr Parmesan. Immer mehr Parmesan.
Italienischer Pastasalat
Zutaten
Pastasalat
- 500 g Fusilli
- 1 Dose Kichererbsen ca. 400 g, abgetropft und abgespült
- 300 g Kirschtomaten halbiert
- 100 g Spitzpaprika in feine Streifen geschnitten
- 50 g Pepperoncini in Scheiben geschnitten
- 50 g entsteinte Kalamata-Oliven halbiert
- 100 g geriebener Parmesan
- 200 g Provolone oder Mozzarella klein gewürfelt
- 2 Handvoll Babyspinat grob gehackt
Dressing
- 120 ml natives Olivenöl extra
- 60 ml Rotweinessig
- 2 EL Pepperoncini-Sud aus dem Glas oder frischer Zitronensaft
- 3 EL Schalotten fein gehackt
- 2 Stck. Knoblauchzehen fein gehackt
- 2 TL getrockneter Oregano
- 2 TL getrocknete Petersilie
- ¾ TL Salz
- ½ TL schwarzer Pfeffer
Anleitungen
- Pasta in einem großen Topf mit reichlich gesalzenem Wasser al dente kochen. Abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und beiseitestellen.
- Olivenöl, Rotweinessig, Pepperoncini-Sud oder Zitronensaft, Schalotten, Knoblauch, Oregano, Petersilie, Salz und Pfeffer gründlich verrühren.
- Nudeln mit Kichererbsen, Kirschtomaten, Paprika, Babyspinat, Pepperoncini, Oliven, Parmesan und Provolone/ Mozzarella vermengen.
- Dressing darübergeben und alles gründlich mischen. Salat vor dem Servieren mindestens 1 bis 2 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!