Ich wollte euch diese Plätzchen eigentlich erst im Advent zeigen. Mit einem gewissen Respekt vor dem Kalender und der gesellschaftlich anerkannten Reihenfolge von Jahreszeiten. Deshalb sind die Fotos auch ein kleines bisschen weihnachtlicher geworden. Ich hatte einen Plan, einen richtigen Veröffentlichungsplan. Mit Datum und allem.

Und dann habe ich einen dieser Kekse gegessen.

Meine Güte.

Diese kleinen Biester schmecken so unfassbar gut, dass ich nach dem ersten Keks kurz überlegt habe, ob man eigentlich verpflichtet ist, Rezepte mit anderen Menschen zu teilen. Schließlich gibt es auch ein Recht auf Privatsphäre. Und das sollte meiner Meinung nach ausdrücklich für besonders gelungenes Gebäck gelten.

Außen zart und mürbe, innen eine buttrige Zimtspirale, die sich benimmt, als hätte sie persönlich die Erfindung des Glücks in Auftrag gegeben.

Ich habe einen gegessen. Danach habe ich aufgehört zu zählen, weil ich grundsätzlich gegen unnötige Bürokratie bin.

Und jetzt sitze ich hier. Mitte Oktober. Mit Weihnachtsfotos, einem ziemlich leeren Keksteller und der Erkenntnis, dass ich offenbar nicht einmal in der Lage bin, meine eigenen Plätzchen bis Dezember geheim zu halten.

Natürlich wird es wieder Menschen geben, die sich darüber aufregen, dass man im Oktober schon Weihnachtsgebäck veröffentlicht. Menschen, die vermutlich auch im Hochsommer die Polizei rufen würden, wenn jemand heimlich einen Lebkuchen isst.

Denen möchte ich sagen: Es tut mir ausgesprochen leid, dass mein Zimtgebäck eure persönliche Jahreszeitenverwaltung durcheinanderbringt. Vielleicht hilft ein Spaziergang. Oder ein Hobby, bei dem man weniger Zeit hat, sich über fremde Kekse aufzuregen.

Ich jedenfalls werde diese Zimtschnecken Plätzchen jetzt schon backen. Im November noch einmal. Im Dezember sowieso. Und wenn mir im März danach ist, dann eben auch im März.

Denn Zimt ist ein Gewürz und kein befristeter Arbeitsvertrag.

Und ganz unter uns: Wer bei diesen Keksen tatsächlich bis Weihnachten warten kann, hat entweder eine bemerkenswerte Selbstbeherrschung oder noch keinen probiert.

Zimt-Swirl Kekse

Servings: 40 Stück
Author: Patrick Rosenthal

Zutaten

Teig

  • 200 g Mehl
  • 120 g Butter in Stücken
  • 100 g Zucker
  • 2 Eigelb
  • 1 Prise Salz

Zimtmischung

  • 50 g Butter
  • 50 g Zucker
  • 3 TL Zimt

Anleitungen

  • Mehl, Butter, Zucker, Eigelb und Salz zu einem glatten Teig verkneten. und 30 Minuten kalt stellen.
  • Butter schmelzen. Zucker und Zimt dazugeben und gründlich verrühren. Anschließend etwas abkühlen lassen.
  • Teig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie zu einem Rechteck von etwa 30 x 20 cm ausrollen. Mit der Zimtmischung bestreichen. Von der langen Seite her eng aufrollen, in Frischhaltefolie wickeln und 1 Stunde kalt stellen.
  • Backofen auf 180 °C Ober und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Teigrolle auswickeln und in etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden. Auf dem Backblech verteilen und etwa 10 Minuten backen.
  • Haltbarkeit: Luftdicht gelagert etwa 3 Wochen.
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