Saftiger Apfel Zimtschnecken Kuchen vom Blech
Ich habe 300 Gramm Äpfel in einer ziemlich guten Zimtschnecke versteckt.
Offiziell ist das hier ein Apfelkuchen. Das hilft enorm beim Gewissen. Äpfel haben Vitamine, Ballaststoffe und einen Ruf, der über Jahrhunderte so solide aufgebaut wurde, dass selbst 180 Gramm Butter und 180 Gramm brauner Zucker ihn nicht vollständig ruinieren können.
Also: Apfelkuchen.
Auf dem Blech passiert derweil etwas anderes.
Zwischen dem hellen Teig liegen dunkle Taschen aus Butter, braunem Zucker und Zimt. Keine feine Marmorierung, die beim Anschneiden höflich „Guten Tag“ sagt. Eher kleine klebrige Schlaglöcher, in die die Gabel hineinrutscht und kurz nicht mehr zurückmöchte.
Dazwischen sitzen winzige Apfelstücke, das ist ihre Tarnung.
Sie werden weich, saugen Zimt und Butter auf und schmecken danach ungefähr so gesund wie ein Apfel, der drei Wochen mit einer Zimtschnecke auf Ibiza war.
Oben läuft Vanilleguss über den noch warmen Kuchen und verschwindet teilweise in den Ritzen. Der Rest bleibt weiß auf der Oberfläche stehen.
Sehr subtil ist hier nichts. Das Beste passiert ohnehin erst beim Anschneiden.
Ein Stück erwischt fast nur hellen, butterweichen Kuchen mit ein paar säuerlichen Apfelstücken. Das nächste hat mitten im Bauch eine dunkle Zimttasche, feucht und karamellig, mit diesem leicht klebrigen braunen Zucker am Rand. Beim dritten hat sich der Vanilleguss in eine Spalte gesetzt und beschlossen, dort zu wohnen.
Deshalb möchte ich das Eckstück. Das Eckstück hat nämlich alles mitbekommen: Rand, Kruste, weiche Mitte, Zimt und meistens eine unanständig dicke Spur Glasur.
Wer behauptet, alle Stücke eines Kuchens seien gleichberechtigt, hat nie ernsthaft Kuchen gegessen. Dazu Kaffee. Nicht Cappuccino mit Haferdrink, Herzchen und persönlicher Entwicklung. Kaffee.
Heiß, schwarz, große Tasse.
Dann ein Stück vom Blech. Und wahrscheinlich noch die Hälfte von einem zweiten, die man sich abschneidet, weil ein ganzes zweites Stück selbstverständlich maßlos wäre.
So funktioniert Vernunft im Herbst.
Und Obst hatte ich schließlich auch.
Saftiger Apfel Zimtschnecken Kuchen vom Blech
Zutaten
Für den Teig
- 550 g Weizenmehl Type 405
- 220 g Zucker
- 2 Päckchen Vanillezucker
- 20 g Backpulver
- ½ TL Natron
- ¾ TL Salz
- 180 g weiche Butter
- 4 Eier Größe M zimmerwarm
- 250 g Schmand zimmerwarm
- 300 ml Vollmilch zimmerwarm
- 2 TL Vanilleextrakt
Für den Apfel Zimt Swirl
- 300 g säuerliche Äpfel geschält und entkernt gewogen (Boskoop oder Elstar)
- 180 g sehr weiche Butter
- 180 g dunkelbrauner Zucker
- 25 g Weizenmehl
- 2 EL gemahlener Zimt
- 1 kräftige Prise Salz
Für den Vanilleguss
- 250 g Puderzucker
- 1 TL Vanilleextrakt
- 1 Prise Salz
- ca. 4 bis 6 EL Vollmilch oder Sahne
Anleitungen
- Backofen auf 175 °C Ober Unterhitze vorheizen. Ein tiefes Backblech von etwa 30 x 40 cm mit Backpapier auslegen. Die Äpfel in kleine Würfel schneiden. würde ich bevorzugen.
- Mehl, Backpulver, Natron und Salz vermischen. Die weiche Butter mit Zucker und Vanillezucker etwa 3 Minuten hell und cremig aufschlagen.
- Eier einzeln unterrühren. Schmand und Vanille kurz unterrühren.
- Mehlmischung und Milch abwechselnd in zwei bis drei Portionen dazugeben. Nur so lange rühren, bis kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist.
- Der Teig soll weich und cremig, aber nicht flüssig sein.
- Auf dem vorbereiteten Blech gleichmäßig verstreichen.
- Für den Swirl weiche Butter, braunen Zucker, Mehl, Zimt und Salz miteinander verrühren. Es soll eine dicke, streichfähige Zimtpaste entstehen.
- Die Paste mit zwei Teelöffeln in unterschiedlich großen Portionen auf dem Kuchenteig verteilen. Apfelwürfel unregelmäßig darüber verteilen. Einige dürfen direkt in den Zimtklecksen liegen, andere auf dem hellen Teig.
- Mit einem Messer in großen, lockeren Bewegungen durch die obere Hälfte des Teigs fahren.
- Nicht zehnmal durchrühren. Vier bis sechs großzügige Bewegungen reichen.
- Wir wollen keine gleichmäßige Marmorierung. Beim Anschneiden sollen manche Stücke dicke Zimtnester haben, andere feine karamellige Adern und wieder andere mehr Apfel.
- Auf mittlerer Schiene zunächst 35 Minuten backen. Danach an einer hellen Teigstelle die Stäbchenprobe machen. Ein paar feuchte Krümel sind perfekt. Flüssiger Teig nicht. Je nach Blech und Backofen kann der Kuchen insgesamt etwa 35 bis 42 Minuten benötigen. Nicht auf einen vollkommen trockenen Holzstab warten. Dann ist der Kuchen schon weiter, als wir ihn haben wollen. Den Kuchen nach dem Backen etwa 15 Minuten stehen lassen. Puderzucker, Vanille, Salz und zunächst 4 EL Milch oder Sahne verrühren. Weitere Flüssigkeit nur nach und nach hinzufügen. Der Guss soll dick sein und langsam vom Löffel laufen. Über den noch leicht warmen Kuchen ziehen. Nicht komplett einstreichen. Ein Teil zieht in die warme Oberfläche ein, ein Teil bleibt als weiße Glasur stehen. Vollständig auskühlen lassen und in großzügige Rechtecke schneiden.
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