Butterpasta aus dem Kräutergarten

Pasta mit Kräuterbutter klingt erst mal nach: Hat jemand keine Lust gehabt?

Falsch.

Das hier ist nicht die traurige Studentenversion mit drei Basilikumblättern und der Hoffnung, dass Parmesan den Rest schon regelt. Das ist Pasta, die sich mit Butter, Olivenöl, Knoblauch und einem halben Kräutergarten sehr souverän auf den Teller legt und dabei so tut, als wäre das alles völlig selbstverständlich.

Ist es natürlich nicht.

Denn sobald Salbei, Rosmarin, Thymian, Majoran, Petersilie und Basilikum in warmer Butter landen, passiert genau dieser kleine Küchenmoment, bei dem man kurz denkt: Warum machen wir eigentlich ständig so ein Theater ums Kochen?

Hier wird nichts geschäumt, nichts dekonstruiert und niemand muss erklären, warum ein Teller aussieht wie ein sehr teurer Unfall. Diese Pasta macht einfach das, was gute Pasta können sollte: Sie duftet nach warmem Knoblauch, nach Kräutern, die kurz aus ihrem Tontopf heraus die Weltherrschaft übernommen haben, und nach diesem einen Moment, in dem man merkt, dass Einfachheit nur dann langweilig ist, wenn man sie schlecht behandelt.

Die Kräuter werden hier nicht dekorativ oben draufgeworfen, als hätte jemand kurz vor dem Foto noch schnell Grün gebraucht. Sie sind nicht Praktikanten der Optik, sie sind der ganze Vorstand. Salbei bringt diese leicht herbe Eleganz mit, Rosmarin tritt auf wie jemand, der immer schon wusste, dass er wichtig ist, Thymian macht alles ein bisschen tiefer, Majoran kommt leise dazu, Petersilie hält die Sache frisch, und Basilikum tut das, was Basilikum immer tut: sich sehr mediterran fühlen, obwohl draußen wahrscheinlich gerade ein Lieferwagen rückwärts piept.

Und dann die Butter. Natürlich.

Ohne Butter wäre das hier nur ein Kräuterseminar mit Kohlenhydraten.

Mit Butter wird daraus etwas Weiches, Rundes, fast Unverschämtes. Diese Pasta legt sich nicht auf den Teller, sie breitet sich aus. Sie tut nicht so, als wäre sie leicht. Sie ist nicht hier, um deinen Ernährungsplan zu beklatschen. Sie ist hier, um dir kurz zu zeigen, dass Luxus manchmal einfach nur bedeutet, gute Butter nicht wie ein moralisches Problem zu behandeln.

Butterpasta aus dem Kräutergarten

Servings: 4 Portionen
Author: Patrick Rosenthal

Zutaten

  • 500 g Pasta
  • 4 EL Butter
  • 1 EL Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen zerdrückt
  • 4 Salbeiblätter fein gehackt
  • 1 EL frischer Rosmarin fein gehackt
  • 1 EL frischer Thymian gehackt
  • 1 TL frischer Majoran gehackt
  • 1 Bund frische glatte Petersilie gehackt
  • 1 Bund Basilikum gehackt

Anleitungen

  • Pasta al dente kochen, abgießen und beiseitestellen.
  • Olivenöl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Knoblauch, Salbei und Rosmarin dazugeben. Einige Minuten unter gelegentlichem Rühren anbraten, bis alles duftet.
  • Die restlichen gehackten Kräuter in einer kleinen Schüssel vermischen. Hälfte der Kräuter in die Pfanne geben und mit Salz und Pfeffer würzen. 2 bis 3 Minuten garen, dann vom Herd nehmen.
  • Butter und die Kräutermischung zur Pasta geben und alles gut vermengen, bis die Nudeln damit überzogen sind. Falls die Butter nicht vollständig schmilzt, die Pasta kurz zurück auf den Herd stellen und sanft erwärmen.
  • Die restlichen frischen Kräuter zur Pasta geben und alles gleichmäßig vermengen.
  • Optional mit geriebenem Parmesan bestreuen.

Die Kräuter duften, als hätte jemand einen kleinen italienischen Garten durch die Pfanne gezogen.

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