Pasta mit Zucchini, Zitrone und Parmesan-Pangrattato
Gestern war dieser Tag, an dem die Hitze nicht nur draußen stand, sondern sich ungefragt auf die Couch setzte, die Fernbedienung nahm und jede Form von Ehrgeiz abschaltete. Kochen? Ja, natürlich. Aber bitte in einer Version, bei der niemand so tun muss, als hätte er innerlich gerade ein sizilianisches Familienfest organisiert.
Also suchte ich nach schnellen Pasta-Rezepten. Nach solchen Rezepten, die nicht mit „nur fünf Minuten Vorbereitung“ lügen und dann verlangen, dass man vorher Gemüse fermentiert, Mandeln röstet und innerlich in den Modus einer italienischen Nonna wechselt. Und dann kam mir deeskueche in den Sinn. Zack, fündig geworden. Danke, Saskia.
Aus einer schnellen Zucchini-Pasta wurde dann allerdings noch einmal etwas Neues, denn manchmal reicht ein guter Gedanke, eine halbe Zitrone und die Erkenntnis, dass geröstete Brösel auf Pasta ungefähr das sind, was ein Leinenanzug auf einer alten Piazza ist: vollkommen unnötig und genau deshalb entscheidend.
Die Zucchini werden hier nicht traurig in der Pfanne weichgekocht, bis sie aussehen wie pädagogisch wertvolles Krankenhausgemüse. Nein, sie bekommen Farbe. Kleine goldene Ränder, ein bisschen Röstaroma, ein bisschen Selbstachtung. Dazu Mascarpone, Parmesan, Zitrone und diese gerösteten Parmesanbrösel, die so tun, als wären sie ein Nebenprodukt, dabei aber ganz klar die heimlichen Hauptdarsteller sind.
Das Ergebnis ist Pasta für Hitzetage, an denen man eigentlich nichts will und dann doch plötzlich sehr zufrieden vor einem Teller sitzt. Cremig, zitronig, weich, aber mit genau genug Knusper, damit man nicht denkt, das Leben sei nur noch eine lange, lauwarme Sahnesauce. Eine Pasta wie ein Nachmittag in Italien, nur ohne Flugverspätung, Parkplatzsuche und Menschen, die „la dolce vita“ sagen, sobald irgendwo Basilikum liegt.
Pasta mit Zucchini, Zitrone und Parmesan-Pangrattato
Zutaten
- 500 g Penne
- Salz
- 2 Zucchini
- 3 EL Olivenöl
- 2 Knoblauchzehen fein gehackt
- 5 EL Mascarpone
- ein paar Basilikumblätter fein gehackt
- ½ Bio-Zitrone
- 2 EL Parmesan gerieben
- Pfeffer
Für die Parmesanbrösel
- 2 EL Semmelbrösel oder Panko
- 2 EL Parmesan sehr fein gerieben
- 1 TL Zitronenabrieb
- 1 EL Olivenöl
- optional 1 kleine Prise Salz
Anleitungen
- Nudeln nach Packungsanleitung in reichlich Salzwasser al dente kochen. Kurz vor Ende der Garzeit etwa 150 ml Nudelwasser abschöpfen. Nudeln anschließend abgießen. Für die Brösel das Olivenöl in einer kleinen Pfanne erhitzen. Semmelbrösel oder Panko dazugeben und bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Den Parmesan und den Zitronenabrieb unterrühren und alles kurz weiter rösten, bis die Brösel leicht knusprig sind. Die Brösel aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen.
- Zucchini waschen, trocknen und in dünne Scheiben hobeln.
- 2 EL Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Zucchinischeiben von beiden Seiten goldbraun anbraten. Sie dürfen ruhig etwas Farbe bekommen, genau das gibt später den gerösteten Geschmack. Mit Salz und Pfeffer würzen. Knoblauch zu den Zucchini geben und kurz mitbraten. Nudeln und Basilikum dazugeben und alles vorsichtig vermengen.
- Mascarpone, geriebenen Parmesan und etwas Nudelwasser zugeben. Alles bei niedriger Hitze cremig verrühren. Nach Bedarf noch etwas mehr Nudelwasser dazugeben, bis die Sauce die Pasta schön umhüllt.
- Zitrone heiß abspülen, trockenreiben und etwas Zitronenschale direkt in die Pfanne reiben. Danach mit einem Spritzer Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. Mit den gerösteten Parmesanbröseln, etwas zusätzlichem Zitronenabrieb und nach Geschmack noch etwas Parmesan servieren.
TIPP
Einige gebratene Zucchinischeiben zur Seite stellen und nicht komplett mit untermischen und bewusst oben auf die Pasta setzen.
Wie ein Teller aus einem alten Häuschen mit grünen Fensterläden und leicht übertriebenem Selbstbewusstsein.
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